Brauchtum

Riärteln und Osterfeuer

In jedem Jahr treffen sich die Dorfbewohner am Ostersamstag zum traditionellen Osterfeuer, das in den Wochen zuvor gemeinsam auf- und umgeschichtet wird. Bei Bier und Bratwurst starten die Höveringhauser an diesem Tag rund um die Flammen in den Frühling.

2011 musste aufgrund der lang anhaltenden Trockenheit und der damit einhergehenden Waldbrandgefahr das Osterfeuer verlegt werden. Nach schnellem Entschluss und der Zustimmung konnte das Osterfeuer wie geplant angesteckt werden.

2011 kamen die Helfer zum Teil in kurzer Hose, T-Shirt und genossen die 25 °C. 2012 hatten alle eine dicke Jacke an und wie angekündigt, begann es in der Nacht auf Samstag zu schneien.

2013 wiederholte sich das Wetter vom Vorjahr. Ein eiskalter Wind aus Norden und dazu Schnee. Trotz der widrigen Umstände besuchten die Dorfbewohner in erfreulich hoher Anzahl das Osterfeuer. Und wem es zu kalt wurde, der wechselte in unser schickes Dorfgemeinschaftshaus. Ein warmer Ofen und kühle Getränke sorgten für eine tolle Stimmung. 2013 war somit die Premiere für die Einbeziehung des Dorfgemeinschaftshauses zum Abschluss einer Veranstaltung in Hürin. Fazit....ein Glücksfall!

2014 stand der Osterfeuerplatz der Vorjahre nicht zur Verfügung. Und selbst in Hürin mit vieeeel Umland kann so ein Osterfeuer nicht Überall abgefackelt werden. Aber hier weiß man sich zu helfen und es wurde entschieden, auf das Feld unterhalb von Mertens auszuweichen. Erstaunlich viele Helfer fanden sich ein, um das Feuer aufzubauen. Und der Fuhrpark in Hürin kann sich sehen lassen. Vom 1-Zylinder Deutz von 1953 bis zur Monstermaschine war alles vertreten. So ein Feuerchen schichtet Berni mal eben alleine aufeinander. Die Kinder mit Riärtel kamen vobei. Max, der Hofhund, darf auch nicht fehlen. Dazu Leckeres auf die Hand und ein kaltes Bier. Ostersamstag kann kommen.

Punkt 19:00 Uhr konnte das Osterfeuer 2014 vor zahlreich erschienenen Dorfbewohnern entzündet werden. Die Organisatoren waren bestens vorbereitet und hatten Alles bestens vorbereitet. Gemütliche Sitzgelegenheit im Zelt, die Würstchen auf den Punkt gegrillt und dass in Hürin Niemand warmes Bier trinken muss, ist eine Selbstverständlichkeit. Auch Besucher von Außerhalb mischten sich wieder unter die Hüringer. So wurde es ein richtig schöner Osterfeuerabend. Der neue Platz hat sich bewährt.

Auch 2015 stand ein kleiner Umzug des Feuers an. Wir mussten auf die andere Strassenseite wechseln. Dafür blieb das Zelt am selben Platz vom Vorjahr. Eine erfreulich große Anzahl an Helfern war pünktlich vor Ort und die Arbeit ist mittlerweile Routine. Bei dem Fuhrpark in Hürin muss sich niemand überarbeiten. Da bleibt noch Zeit, dass eine oder andere Bierchen zu trinken und Kathi versorgte die Jungs wieder mit herzhaften Stärkungen. Und das Wetter sorgte dafür, dass das Bier schön kalt blieb.

Pünktlich um 19:00 Uhr am Ostersamstag wurde das Feuer entzündet und es fanden sich wieder erfreulich viele Dorfbewohner ein. Bestens organisiert war die Verpflegung der Gäste mit Gegrilltem und kühlen Getränken. Den Kühlwagen hätten wir weglassen können. Sogar die Zuleitung zum Toilettenwagen war eingefroren. Das hielt aber einen Eis-Verkäufer nicht davon ab, unser Osterfeuer anzufahren. Das sorgte, bei den Temperaturen, für allgemeine Heiterkeit. Bei guter Stimmung wurde dann bis spät in die Nacht der alte Osterbrauch gefeiert.

2016 meinte es das Wetter nicht so gut mit uns. Regen hatte den Zeltplatz und die Feuerstelle aufgeweicht. So wurde beim Aufbau nur das notwendigste erledigt, um die Wiese nicht schon vorher in eine Schlammwüste zu verwandeln. Auch das Osterfeuer wurde erst am Samstag geschichtet. Trotzdem lässt sich ein echter Hüringer den Spaß nicht nehmen und zum Abschluss gab es am Freitag noch ein gemütliches Beisammensein im Dorfgemeinschaftshaus.

Am Samstag schien dann, wie bestellt, den ganzen Tag die Sonne und die Restarbeiten konnten zügig erledigt werden. Das Feuer wurde pünklich angezündet und der Andrang durch die Dorfgemeinschaft und Besucher war erfreulich hoch. Kathi, Marcel und Martin hatten alle Hände voll zu tun. Leckere Würstchen vom Grill, kalte Getränke und auch an die Kinder war gedacht. Alles war bestens und die Stimmung mehr als gut. Nur einer spielte nicht mit...Sankt Blasius. Er kam heftig und genau aus der falschen Richtung. Zeitweise so heftig, dass es im Zelt keiner mehr aushielt, so verräuchert war es. Also verteilten sich die Besucher in Rauch-freie Zonen. Trotzdem war unser Osterfeuer wieder ein Erfolg und einem echten Hüringer kann so schnell nichts den Spaß verderben. 

Riärteln ist ein sehr alter Brauch. Die Kinder des Dorfes gehen vor Ostern mit Ratschen (Riärtel genannt) durch das Dorf und ersetzen so die Kirchenglocken, die an den Tagen vor Ostern, symbolisch, nach Rom gehen. Symbolisch geben die Riärteln auch die Nagelschläge wieder, mit denen Jesus ans Kreuz genagelt wurde.

Osterfeuer aufbauen 2016

Osterfeuer abbrennen 2016